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3500 gehäkelte Duhlen für Gottlieb Wendehals von Elsa Rudolph

   
 

3 500 Duhlen für Gottlieb Wendehals „Die spontanen Ideen sind immer die besten“, lacht Elsa Rudolph. Ganz spontan hatte sie nämlich entschieden, mal eben 3 500 kleine Duhlen-Vögel zu häkeln, als sie letztes Jahr im Mai erfuhr, dass Gottlieb Wendehals in Neustadt an der Orla eine Rekord-Polonäse anführen will. Nun ist es soweit und die Duhlen sind fertig.
 

  Aber 3 500 kleine Vögel häkeln, das bedeutet Handarbeit im Akkord. „Wenn ich mir so ein Projekt vorgenommen hab, dann ziehe ich das auch durch,“ erklärt die 70-Jährige mit einem verschmitzten Lächeln. Geplant hatte sie 263 Tage, sprich 8 ½ Monate, jeden Tag 14 Duhlen, also 400 Stück im Monat. So eine gehäkelte Duhle ist 5 bis 8 Zentimeter lang, aus schwarzer Wolle, hat einen gelben Schnabel, kleine Beine aus Bindfaden und eine rote Wollschnur zur Befestigung an den Eintrittskarten und Bändern zur Kneipentour. Tatsächlich hat Elsa Rudolf diesen Häkel-Marathon viel schneller absolviert. Sie war schon nach knapp sechs Monaten fertig. Über acht Kilo Wolle hat sie dafür gebraucht.
 
 

Nicht zufällig hat sie schon den Spitznamen „glühende Häkelnadel“ bekommen. „Angefangen hat das alles mit Eierwärmer-Figuren für die Familie“. Bald häkelte sie rote Nelken für den 1. Mai, bald Schmetterlinge und Blumen zum Muttertag, 3333 Blüten zum Erntedankfest, kleine Weihnachtsmänner und sogar Weihnachtsbäumchen, fast 20 Zentimeter hoch, geschmückt mit kleinen Kugeln. Zur MDR-Veranstaltung „Thüringer Rostkultur“ in Erfurt – wo sie gemeinsam mit ihrem Mann Walter, jeder kennt sie als die „Grauen Rebellen“ auch musikalisch auf der Bühne dabei ist – häkelte sie sogar „Bratwürste“ mit einer kleinen „Semmel“ drum herum , fast in Originalgröße. Sie ist kreativ und unglaublich fleißig, die Erna.
 

 

Bei runden Geburtstagen ihrer Freunde und Bekannten lässt sie es sich nicht nehmen, meist die runde Zahl und den Namen des Jubilars in großen Lettern zu häkeln und fein aufgereiht zu verschenken. Zur 950-Jahr-Feier ihres Heimatortes entstand unter ihrer Leitung eine gehäkelte Wimpelkette von über einem Kilometer Länge. „Es darf keine Langeweile aufkommen“, erklärt sie. Also häkelt sie munter weiter. „Hände und Augen können noch“, freut sie sich. Ihr „Arbeitsplatz“ ist der Sessel mitten im Wohnzimmer in ihrem Haus in Neunhofen, einem Ortsteil von Neustadt an der Orla. Neben dem Sessel steht gleich die Stehlampe. Und von da aus kann sie nebenbei auch das Fernsehprogramm verfolgen. Häkeln kann sie, fast ohne hinzuschauen. Und Figuren, frei Hand, häkelt sie ja viel lieber als Deckchen, wo man genau die Reihen zählen muss. So ist am Ende auch jede der kleinen Duhlen ein Unikat. Denn jede ist ein kleines bisschen anders.
 

 

Verteilt werden die Duhlen am 17. April zur 12. Kneipentour in Neustadt an der Orla. Dann will hier der Wirteverein, tatkräftig unterstützt von der Karnevalgesellschaft Duhlendorf Neustadt an der Orla e.V. , die längste Kneipenpolonäse Deutschlands starten. Allen vorneweg Gottlieb Wendehals, alias Werner Böhm aus Hamburg.
 

 

Eröffnet wird die Veranstaltung ab 19 Uhr auf der Bühne am Park, gegenüber den Neustädter Stadtwerken, mit einem Programm der „Duhlendorfer Rattenfänger“, der bekannten Gesangsgruppe des Duhlendorfer Karevals. Außerdem werden Gottlieb Wendehals und die Gruppe „Chaos aus dem Orlatal“, ebenfalls seit Jahren bekannt vom Karneval, ihre besten Titel präsentieren. Die Polonäse soll gegen 20.30 Uhr gestartet werden. Im Anschluss laden die Neustädter Kneipen auf der Kneipenmeile zwischen Altstadtklause und Hotel Stadt Neustadt zu Party und Livemusik ein.
 

   
   
   










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